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X-Men Blog

Was passiert ist, seit ich in Italien wohne

September 22, 2023
Rainer Zerenko
  • Meine Hände haben begonnen, wild zu gestikulieren, während ich rede.
  • Ich erwische mich dabei, wie ich die Augen verdrehe, wenn jemand nach 12 Uhr Cappuccino bestellt
  • Oder einen »Espresso« bestellt.
  • Oder – am Allerschlimmsten – wenn jemand um Parmesan bittet, bei einer Pasta mit Muscheln. Autsch …
  • Wenn Obiges passiert, kommt schnell ein »Touristen eben« aus mir heraus. Leider auch mit einem Augenverdreher kombiniert.
  • Ich wundere mich nicht mehr, wenn Leute auf der Straße lautstark reden. Ich frage Fabio auch nicht mehr besorgt »Streiten die?«
  • »Welcher Giuseppe?« ist gefühlt jeder zweite Satz bei uns. Mittlerweile kennen wir sieben Giuseppes und mit allen haben wir regelmäßig zu tun (von lieben Freunden zu unserem Steuerberater bis zu unserem Immobilienmakler) Das war ganz sicher vor 40 Jahren der Trendname schlechthin hier.
  • Wir kochen alles, wirklich alles, mit Olivenöl.
  • Das erste Jahr, in dem sowohl die Sonnencreme für’s Gesicht, als auch für den Körper total leer ist. Das hatte ich noch nie.
  • Sobald es um die 25 Grad hat, ziehe ich ein Jäckchen an. Und schlage vor, dass wir drinnen essen.
  • Zeigen sich ein paar Wolken, schau ich besorgt in den Himmel und frage: »Was ist bitte mit dem Wetter los?«
  • Wenn es 1 x in 4 Wochen regnet, ist hier Ausnahmezustand. Und ich beginne auch schon zu überlegen, was ich jetzt machen soll.
  • Es ist normal, um 22 Uhr unter der Woche spontan mit der Vespa auf einen Drink zu fahren. Das ist nicht spät hier. Und die kleinen Kinder sind nicht nur wach, sondern spielen auch noch um diese Uhrzeit.
  • Es wird nicht groß vorausgeplant. Die Einladung – zu was auch immer – kommt meistens wenige Tage davor.
  • Immer Badesachen dabei zu haben, weil hier so viele einen Pool haben oder man oft »zufällig« die schönsten Strände findet.
  • Für wunderbaren frischen Fisch am Hafen wenige Euros zu bezahlen. Und für das Gemüse am Markt sowieso

Dinge, an die ich mich hier noch nicht gewöhnt habe:

  • »Morgen« heißt in Süditalien nur eines: NICHT heute. Ein unbestimmtes Ereignis in der Zukunft. Mehr nicht.
  • Abends, so circa 20 Uhr, sind hier ganz normale Arbeitszeiten. Und da »Morgen« nicht klar definiert ist, kann es sein, dass Handwerker unangekündigt um solche Uhrzeiten auftauchen. Um die Zeit halte ich entweder einen Abend Call – schick angezogen – oder sitze auf der Terrasse in einem nicht so präsentablen Outfit.
  • Wenn zu einem »Morgen ist es fertig« noch ein »Ich verspreche es dir« hinzufügt wird, ist es leider trotzdem immer noch ein unbestimmtes Ereignis in der Zukunft.
  • Pünktlichkeit wird hier nicht so genau genommen. Das ist eine Umstellung, wenn man so lange in der Schweiz/ Österreich gewohnt hat. Bedeutet aber auch, dass man sich allgemein nicht mehr stresst.
  • An was ich mich auch noch nicht gewöhnt habe, ist wie wunderschön und atemberaubend das Meer ist. Jedes Mal so anders. Die Farben, der Lichteinfall, der Wind, die Jahreszeit. Es ist immer ein Spektakel. Ich will mich auch nicht daran gewöhnen.

Wir sind vor 1,5 Jahren gekommen, waren dazwischen 6 Monate auf Weltreise. Hier zu wohnen ist ein Traum. Und es ist natürlich eine Umstellung am anderen Ende Europas zu wohnen.

Leichtigkeit zu haben bedeutet nicht immer zwangsläufig, dass alles leicht ist. Leichtigkeit bedeutet aber für mich: Egal, was sich zeigt, zu wissen, dass man nicht ausgeliefert ist. Immer Möglichkeiten zu sehen und die Freude am Leben zu haben.

Die Werkzeuge von Access sind mehr denn je das große Geschenk meines Lebens. Ich wäre ohne sie nicht hier, wo ich heute bin.

Es ist schön am Leben zu sein.

Das Leben ist schön.

Die Zukunft fragt nach Dir. 

Die Welt fragt nach Dir. 

Jetzt ist die Zeit.

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